Alm-Mehrkampf und Musikantenstadl im Pfälzer Wald

Zeltlager der Gemeinde St. Nikolaus hisste die weiß-blaue Fahne

Klein-Krotzenburg / Weidenthal – „Auf der Alm“ – und das mitten im Pfälzer Wald. Für das Zeltlager der Pfarrgemeinde St. Nikolaus war das in den beiden ersten Ferienwochen kein Widerspruch. Die 105 Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen hissten im Erdbeertal bei Weidenthal die blau-weiße Fahne und erklärten den idyllischen Flecken zu exterritorialen Zone.

Das Leitungsteam Marco Friedl und Andreas Herdt hatten mit den Gruppenleiterinnen und Gruppenleitern ein Programm erarbeitet, das bei den zehn bis 14-jährigen Mädchen und Jungen schon am ersten Abend pfundig ankam. Zum Almauftrieb zogen die Madeln in Dirndln, die Buben in Lederhosen ins Lagerrund und präsentierten sich bei Kennlernspielen von ihrer schmucken Seite.

Doch so festlich sollte es nicht bleiben. Auch derbe bayrische Bräuche wie das Maibaumstehlen lebten im Lager der Klein-Krotzenburger Lager auf – inszeniert als strategisches Spiel mit komplexen Regeln, bei dem es galt, in unwegsamem Gelände, den Maibaum der Gegner als Trophäe zu erobern.

Schließlich durfte auch ein Musikantenstadl  nicht fehlen, bei dem die Mädchen und Jungen die Stars der Volksmusik ambitioniert imitierten. Zu zünftiger Blasmusik hatten sie auch choreografisch einiges zu bieten. Allmorgendlich versammelten sich die müden Bayern zum Clubtanz des Lagers – eine Art Frühsport in Schuhplattler-Manier.  All das vor einem herrlichen Alpenpanorama, das begabte junge Maler mit Pinsel und Farbe auf eine Riesenleinwand gezaubert hatten. Auch das Männerteam mit Arnold Helfrich, Timo Heinz, Clemens Mickler, Sebastian Althaus und Gottfried Frickel fühlte sich da mitten auf die Alm versetzt.  Auf den Geschmack kamen sie aber vor allem auch beim sonntäglichen zünftigen Frühschoppen, den  die Küchenfrauen Melanie Bergmann, Ursula Müller, Simone Heck-Bonifer, Erika Maurer, Jutta Johnen, Silke Jung  als Brunch auftischten  - mit Weißwürsten, Radi und Brezeln versteht sich.

Das Leinwand-Alpenpanorama verstellte keineswegs den Blick für die Schönheit des Pfälzer Waldes, der – nur wenige hundert Meter vom Zeltlager entfernt – ein Naturschwimmbad zu bieten hatten und einen Sportplatz, auf dem die Mädchen und Jungen unter anderem auch einen Alm-Mehrkampf zu bestehen hatten. Fingerfertigkeit beim Melken war dabei ebenso gefragt wie Ausdauer beim Bierkrugstemmen oder Wettlauf mit der Zehnliter-Milchkanne.

Pfarrer Matthias Becker, der das Lager für einige Tage besuchte und mit den Kindern Gottesdienst feierte, konnte sich vom verrückt-zünftigen Treiben im Erdbeertal ebenso überzeugen wie die Delegation im Auftragdes Pfarrgemeinderates mit Edmund Schwab, Andreas Kunkel, Renate Winter-Dauwitz und Bärbel Heeg, die bei ihrer Visite Eis für alle spendierte.

Während im Rhein-Main-Gebiet Unwetter tobten, blieben das Zeltlager m Erdbeertal von wilden Gewittern verschont. Gänsehaut bekamen die Mädchen und Jungen allenfalls während der Nachtwache am Lagerfeuer, wenn sich am Hang Wildschweine durchs Unterholz wühlten.

Die weiß-blaue Fahne holte nach zwölf erlebnisreichen Tagen das Team um Jochen Mickler wieder ein, das die Zelte im Rund wieder abbaute, das Material in Kisten packte und auf den Lastwagen gen Klein-Krotzenburg verstaute.

Tobias Schwab