Grün entdeckt das Hoffnungsbild          Bildergalerie

Benediktiner-Pater predigte vor 2000 Pilgern an der Liebfrauenheide

 

Klein-Krotzenburg – Mit einer Bilderbuchwallfahrt hat die Pfarrgemeinde St. Nikolaus am Sonntag an der Liebfrauenheide das Patronatsfest der Marienkapelle gefeiert. Etwa 2000 Gläubige waren bei strahlendem Sonnenschein in den Wald bei Klein-Krotzenburg gepilgert, um den Feiertag Schmerzen Mariens zu begehen – vor allem aber auch, um Pater Anselm Grün zu hören. Der Benediktiner ist der meist gelesene geistliche Schriftsteller unserer Zeit, gefragter Redner auch vor Managern und häufiger Gast in Talkshows.

 

In seiner Predigt an der Liebfrauenheide legte er die Botschaft des Patronatsfestes der Kapelle aus. Die sieben Schmerzen Mariens – von der Geburt Jesu bis zum Ausharren Mariens unter dem Kreuz ­ – stünden für Situationen, in denen sich vor allem Frauen wiederfinden könnten, sagte Grün. Aber auch Männern habe das Fest etwas zu sagen. Es zeige eine andere Weise, mit Schmerzen umzugehen. Während Männer  oft die Zähne zusammenbissen und den Schmerz besiegen wollten, gehen Frauen durch den Schmerz hindurch, sagte Grün. „Es gibt keine Liebe ohne Schmerzen und nur durch Schmerz hindurch, nicht an ihm vorbei, können wir zu Gott finden.“

 

Auch auf das an der Liebfrauenheide verehrte Gnadenbild aus dem frühen 17.  Jahrhundert nahm Grün Bezug. Der Theologe und Psychologe deutete die Darstellung der Mutter Gottes mit dem toten Jesu auf ihrem Schoß als ein Hoffnungsbild. „Im Tod werden wir nicht ins Dunkel hinein sterben, sondern in die mütterlichen Arme Gottes.“

 

Am Ende des Gottesdienstes, den der Volkschor Klein-Krotzenburg unter Leitung von Hubert Reuter musikalisch gestaltete, dankte Pfarrer Matthias Becker dem Benediktiner aus der Abtei Münsterschwarzach für seine tiefe Wallfahrtspredigt – und die Pilger stimmten mit langem Beifall ein. Für den Grün war der Besuch an der Liebfrauenheide noch lange nicht beendet. Länger als eine  halbe Stunde  signierte der umlagerte Bestsellerautor seine  Bücher, die die Besucher an einem Stand der Krotzenburger Buchhandlung Vielseitig erwerben konnten.

 

Währenddessen spielte  bereits die Musikgesellschaft Eintracht zur Wallfahrtsbrotzeit an der Kapelle auf. Zahlreiche Pilger ließen sich auf den Bänken nieder und stärkten sich mit  Leberkäs-Brötchen. „Was will man mehr“, sagte ein sichtlich zufriedener Heinz Brauneis (Verwaltungsrat der Pfarrei) mit Blick zum blauen Himmel und auf die zahlreichen  vespernden Gäste.  Viele blieben noch bis zur Andacht am frühen Nachmittag, mit der eine große Wallfahrt ihren Abschluss fand.

 

(Tobias Schwab)

 

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