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Die Kirchenglocken von St. Nikolaus
Am 23./24. Oktober 1953 wurden die neuen Glocken vom Glockengießer
Friedrich Wilhelm Schilling in Heidelberg gegossen. Um allen Gläubigen
die Möglichkeit des Miterlebens zu geben, wurde beim Glockenguß
ein Film gedreht, der später zusammen mit den schon getätigten
Filmaufnahmen aller wichtigen Stadien der Glockenherstellung der gesamten
Pfarrgemeinde zugänglich gemacht wurde. Der Guß war ausgezeichnet
gelungen und an keiner Glocke war irgendein Gußfehler festzustellen,
so daß am Buß-und Bettag, dem 18.November 1953 die feierliche
Weihe stattfinden konnte.
Heilig-Kreuz-Glocke
Ton h° , Durchmesser 1,62 m, Gewicht 2602 kg
Muttergottesglocke
Ton cis, Durchmesser 1,44 m, Gewicht 1795 kg
Nikolaus-Glocke
Ton e`, Durchmesser 1,20 m, Gewicht 1004 kg
Maria-Goretti-Glocke
Ton fis`, Durchmesser 1,05 m, Gewicht 678 kg

Weil beim Guß der vier Glocken noch Glockenmaterial übriggeblieben
war, goß Glockengießermeister Schilling unentgeltlich drei
kleine Glocken für die Kapelle auf der Liebfrauenheide. Wie alle
seine Glocken sind auch diese Glöckchen ein herrlich klingendes Zeichen
seiner Kunstfertigkeit.
Maria Immaculata
(Maria, die unbefleckte Empfängnis) 98 kg, Ton g"
Maria Assumpta
(Maria, in den Himmel aufgenommen) 66 kg, Ton a"
Maria Regina
(Maria Königin) 45 kg, Ton h
Aus dem amtlichen Gutachten über das neue Geläute, erstattet
durch Domkapellmeister Georg Paul Köllner, Mainz, Glockensachverständiger
für die Diözese Mainz: Das neue Geläute besteht aus vier
Glocken: h° cis' e' fis! Es basiert auf dem majestätisch
klingenden Ganztonschritt h° cis'. Es enthält zwei Choralmotive:
Zuerst das Gloria-Motiv, dann das Te Deum-Motiv. Diese Disposition hat
viele Abwechslungsmöglichkeiten und interessante harmonische Verbindungen.
Das Äußere der Glocken, Gußhaut, Schmuck und Beschriftung
sind von hohem Geschmack, hervorragend durch ihren originellen Inhalt
und ihre kunstgerechte Ausführung. Das eigenwillig disponierte Geläute
ist das hervorragendste, was ich bis jetzt von der Firma Schilling, Heidelberg,
geprüft habe. Die innenharmonischen Verhältnisse der einzelnen
Glocken sind von selten schöner Übereinstimmung. Bei der h°-Glocke
(Hl. Kreuz) ist kein Wunsch offen geblieben. Das Gleiche gilt von den
übrigen Glocken. Schlagton und Prime einerseits und die Oberoktav
andererseits sind in strichreiner Übereinstimmung. Die latenten Quinten
aller vier Glocken sind rein. Die Terzen sind leicht nach oben gedehnt,
so daß die reine untemperierte Stimmung getroffen ist. Die Unteroktaven
sind in strichreiner Übereinstimmung mit Prime und Schlagton. Bei
der Turmprüfung am 16. Dezember 1953 wurden die auf dem Turm im freistehenden
Glockenstuhl montierten Glocken im Plenum, Einzelläuten und in den
Zusammenstellungen fis-e, cis-e, h-fis, h-cis abgehört. Die Klangentfaltung
wurde an verschiedenen Standorten geprüft. Sie war durchweg klar,
rein, majestätisch, von hervorragendem Klangvolumen. Das Geläute
hat klanglich und in bezug auf die äußere Gestaltung einen
hervorragenden Wert, der weit über dem Durchschnitt steht...
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